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16 Aktuality

Uferdasein. Quellen und Strömungen germanistischer Forschung
 Internationale  Konferenz anlässlich des 20. Gründungsjubiläums des Lehrstuhls für Germanistik

Termin: 03. - 04.12.2010

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik der Philosophischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem

Das Ziel der Jubiläumstagung war, den grundlegenden Wandlungsprozess zu reflektieren, den die Hochschulgermanistik, insbesondere die Auslandsgermanistik, in den vergangenen zwei Jahrzehnten durchlief. Dieser Prozess ging mit einschneidenden Veränderungen in allen Bereichen einher. Dies wirkt sich zwangsläufig auf die Perspektiven, Profile und Inhalte des Faches aus, die heute neu überdacht und gewichtet werden müssen. Das bewusst offen gehaltene Thema der Tagung sollte den Forschenden und Lehrenden auf dem Gebiet der germanistischen Literatur- und Sprachwissenschaft sowie der Didaktik des Deutschen als Fremdsprache und nicht zuletzt auch KulturhistorikerInnen mit Bezug auf den mitteleuropäischen Kulturraum die Möglichkeit bieten, sich mit dem Erreichten kritisch auseinanderzusetzen, den Blick auf das bis jetzt Unerreichte, aber erreichenswerte zu richten, neue Perspektiven germanistischer Forschung aufzudecken sowie innovative Wege aufzuzeigen, die die (Auslands)Germanistik zu Beginn des 21. Jahrhunderts gehen sollte, um das Fach erfahrungsgeleitet und zukunftsorientiert weiter zu entfalten.

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Ein „hinternationaler“ Schriftsteller aus Böhmen:
Dritte internationale und interdisziplinäre Johannes-Urzidil-Konferenz

Termin: 05. – 09. Mai 2010 in Ústí nad Labem

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik FF UJEP in Zusammenarbeit mit dem Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem, der Johannes-Urzidil-Gesellschaft in České Budějovice, dem Österreichischen Kulturforum und Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren in Prag.

Anlässlich von Johannes Urzidils vierzigstem Todestag (3. Februar 1896 - 2. November 1970) stand Anfang Mai 2010 Leben und Werk dieses wichtigen Prager Schriftstellers im Mittelpunkt einer interdisziplinären wissenschaftlichen Tagung in Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe), auf der nicht nur Urzidils vielfältiges Gesamtwerk, sondern auch seine Bedeutung als Erzähler und Lyriker sowie als politischer Zeitungs- und Rundfunkjournalist, Verfasser von kunst-, kultur-, literatur- und landesgeschichtlichten Essays und Monographien sowie Übersetzer aus dem Tschechischen und Englischen vorgestellt und diskutiert wurde. Die Beiträge repräsentierten ein breites Spektrum der internationalen Urzidil-Forschung aus literatur-, kultur-, geschichts- und sprachwissenschaftlicher Perspektive zu unterschiedlichen Aspekten von Werk und Biographie. Die kulturpolitische Aktualisierung Urzidils wurde durch ein Begleitprogramm mit Lesung, Vorführung von Film und Tondokumenten und zwei Exkursionen unterstützt.

Am Beispiel Johannes Urzidils, der als Intellektueller zwischen den Nationen Repräsentanz für eine übernationale Einstellung in Anspruch nehmen darf, lassen sich entscheidende Verbindungslinien zwischen der deutschen, tschechischen und jüdischen Kultur in Prag wie in Böhmen, aber auch in Mitteleuropa insgesamt finden. Den Veranstaltern geht es somit nicht nur um Urzidil selbst, sondern um kulturelle Phänomene in multinationalen Kontexten, wobei den "Kulturmittlern" eben ein besonderes Interesse gewidmet werden soll. Darüber hinaus werden gerade solche kulturellen Phänomene in den Blick genommen, die über die ästhetische Funktion im engeren Sinne hinaus von gesellschaftspolitischer Relevanz sind.

Die Analyse von Prozessen kultureller Integration und Desintegration in Böhmen, die sich gerade an Biographie und Werk Johannes Urzidils fokussieren lassen, verlangt einen komplexen Zugang, weshalb Fachvertreter aus der bohemistischen und germanistischen Literatur-, Kultur-, und Sprachwissenschaft sowie der Geschichts- und Politikwissenschaft, der Philosophie und Kunstgeschichte miteinander ins Gespräch kamen. Ziel war es über das Einzelschicksal Urzidil hinaus, Einblicke in kultur- und literaturhistorische Entwicklungen zu geben, die das Zusammenleben von Deutschen, Juden und Tschechen in den Böhmischen Ländern im 20. Jahrhundert determinieren.

 

Flucht und Vertreibung der sudetendeutschen Bevölkerung, Eiserner Vorhang in Geschichte und Kunst

Binationales Kolloquium zur Problematik der Migrationsformen im 20. und 21. Jahrhundert

 

Projekt AKTION 56p19

Termine: 22.-24.03.2010 in Ústí nad Labem und 04.-07.05.2010 auf österreichischem Gebiet

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik der Philosophischen Fakultät UJEP in Zusammenarbeit mit der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz in Österreich

Organisation: Mgr. Jarmila Jehličková

Das Projekt reflektierte die ereignisreiche, gemeinsame sowie getrennte tschechisch-österreichische Geschichte unter Akzentuierung von interkulturellen Aspekten und sollte einen durchaus wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für das Zusammenleben beider Nationen und zum Verstehen ihrer gemeinsamen, oftmals bewegten Geschichte leisten.

Diesem Ziel waren wissenschaftliche Aktivitäten in Form von Vorträgen mit fachlichen Diskussionen sowie Besichtigungen von Forschungs- und Kulturstätten mit fachkundigen Führungen gewidmet, welche den Studierenden den Einblick in das gemeinsame kulturgeschichtliche Erbe Österreichs und Tschechiens verschafften. Im thematischen Mittelpunkt standen einerseits das tragische Schicksal der sudetendeutschen Bevölkerung, andererseits das Leben hinter dem Eisernen Vorhang in den Jahren 1948-1989 und die Unterbrechung der langen gemeinsamen Geschichte.

Die erste Phase des Projekts verlief im März 2010 an der Purkyně-Universität in Ústí nad Labem (1. Teil des Kolloquiums, Besichtigung der Ausstellung „Vergessene Helden“, Autorenlesung aus dem Buch „Wir werden uns wiederfinden“ von Annelies Schwarz), die zweite Phase dann im Mai 2010 in Österreich (2. Teil des Kolloquiums sowie die Besichtigung des Museums der Totalität und der Ausstellung „Schauplatz Eiserner Vorhang – Reise entlang der ehemaligen Bruchlinie Europas“ im Schloss Weitra).

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