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Vielfältige Konzepte – Konzepte der Vielfalt: Interkulturalität(en) weltweit

Internationale germanistische Tagung anlässlich des 25. Jahrestages der Jan Evangelista Purkyně-Universität und des 10. Jahrestages der Philosophischen Fakultät  UJEP in Ústí nad Labem

  • Termin und Ort: 04.-09.10.2016  Ústí nad Labem / Prag
  • Veranstalter: Institut für Germanistik der Philosophischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem und Institut für germanische Forschung der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik in Bayreuth
  • Organisation: Dr. habil. Renata Cornejo (Ústí nad Labem), Prof. Dr. Manfred Weinberg (Prag)

Tagungswebseiten unter http://konffer.ff.ujep.cz/index.php/de/bevorstehende-tagungen/vielfaeltige-konzepte

Fritz Mauthner im deutsch-tschechischen Kontext

Internationale germanistische Tagung anlässlich des 25. Jahrestages des Instituts für Germanistik in Ústí nad Labem

Termin: 16.-17.10.2015

Veranstalter: Institut für Germanistik der Philosophischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dortmund und der Fritz Tyssen Stiftung

Organisation: Dr. Veronika Jičínská

Die Tagung Fritz Mauthner im deutsch-tschechischen Kontext zielt auf eine exemplarische Verortung des Schriftstellers, Literatur- und Theaterkritikers und Sprachphilosophen Fritz Mauthner (1849-1923) in den deutsch-tschechischen literatur- und kulturgeschichtlichen Kontext. Durch eine detaillierte Analyse des kulturhistorischen Hintergrunds, dem Mauthner entstammte, sollen darüber hinaus wesentliche bisher unberücksichtigte Verbindungen in der zentraleuropäischen Moderne aufgedeckt und gezeigt werden.

Die Konzeption der Konferenz in Ústí nad Labem ist daher kulturwissenschaftlich und interdisziplinär orientiert: Es werden Mauthners Bezüge zu Böhmen, seine Rezeption in der zeitgenössischen böhmischen Presse, sein Begriff von Heimat, seine Kontakte zu den Zeitgenossen, seine Positionierung in den deutsch-tschechischen Nationalitätsdiskursen und seine – bisher wenig berücksichtigten – Romane besprochen. Insbesondere die tschechische Rezeption Mauthners ist bisher ein völlig unerforschtes Feld geblieben. Die geplante Tagung fügt sich daher einerseits in das gegenwärtig lebendige Interesse an diesem Denker ein, andererseits sollte sie spezifische, “böhmische” Aspekte akzentuieren, um so das Bild Mauthners in der Literaturgeschichte neu zu akzentuieren. 








Theorie und Praxis der Fremd- und Muttersprachenausbildung

Internationale germanistische Tagung zu Ehren von Prof. Dr. Marie Maroušková

Termin: 27.-28.02.2015 in Ústí nad Labem

Veranstalter: Institut für Germanistik der Philosophischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem 

Organisationsteam: Mgr. Monika Růžičková, Mgr. Marek Schmidt








National – postnational – transnational?
Neuere Perspektiven auf die deutschsprachige Gegenwartsliteratur aus Mittel- und Osteuropa

Internationale germanistische Tagung

Termin: 10. - 13.05.2012 in Ústí nad Labem

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik der Philosophischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem in Zusammenarbeit mit der Universität Wien, Adam Mickiewicz-Universität in Poznań, Universität Regensburg und mit dem Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem

Wissenschaftliche Leitung: Dr. habil. Renata Cornejo (Ústí nad Labem), Dr. habil. Sławomir Piontek (Poznań), Dr. Izabela Sellmer (Poznań), Dr. Sandra Vlasta (Wien)

Webseite: http://tagung-usti-ujep2012.amu.edu.pl/Strona_Usti.htm

Migration, kulturelle Identität und deutsch-tschechische Begegnungen im grenznahen Raum

Binationales Kolloquium

Termin: 04. - 05.10.2011

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik der Philosophischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth

Organisationsteam: doc. Mgr. Renata Cornejo, Ph.D., Mgr. Jana Hrdličková, Ph.D., Mgr. Monika Růžičková

Das internationale Kolloquium fand in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Interkulturelle Germanistik der Universität Bayreuth statt und sezte sich zum Ziel, sich mit folgenden Schwerpunkten auseinanderzusetzen:

  • Interkulturelle Begegnungen und Austausch als Ausdruck der Migration in der Literatur und Sprache
  • Heimat in der Literatur und Sprache
  • Interkulturelle Aspekte der Beeinflussung der tschechischen und der deutschen Kultur
  • Interkulturelle Kommunikation in Institutionen, Wissenschaft und Unternehmen
  • Migration: Bildungsmigration, Arbeitsmigration, Tourismus
  • Die Rolle der Sprachenvielfalt für die Migration heute und in der Zukunft
  • Kollektives/historisches Gedächtnis und Erinnerungsorte

Als Gäste wurden außer der KollegInnen aus der Universität Bayreuth GermanistInnen und FachkollegInnen aus Bremen, Brünn, Chemnitz, Prag und Regensburg eingeladen, sodass die Themen nicht nur aus der Sicht der Germanistik, sondern auch aus der soziologischen, historiographischen, journalistischen und wirtschaftlichen Perspektive behandelt und beleuchtet werden konnten. Das ganze Programm wurde durch die Lesung der in der ehemaligen Tschechoslowakei geborenen, heute deutsch schreibenden und in Österreich lebenden Autorin Zdenka Becker bereichert und inhaltlich abgerundet, die ihren Roman mit der Migrationsthematik „Die Töchter der Róza Bukovská“ dem Publikum vorgestellt hatte.

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Reflexion der Kunst in Kultur- und Bildungskonzepten

Interaktive Workshops zu tschechisch-österreichischen interkulturellen Beziehungen

Projekt AKTION 60p11

Termine: 22. - 24.03.2011 in Ústí nad Labem und 10. - 13.05.2011 auf österreichischem Gebiet

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik der Philosophischen Fakultät UJEP in Zusammenarbeit mit der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz in Österreich

Organisation: Mgr. Jarmila Jehličková

Das Projekt akzentuierte, bezugnehmend auf die Jubiläen bekannter österreichischer Künstler (G. Mahler, W. A. Mozart, J. Hoffmann, E. Schiele, F. Werfel), tschechisch-österreichische interkulturelle Beziehungen auf dem Felde der klassischen Musik, der modernen bildenden Kunst sowie der Literatur.

Die Zielsetzung des Projektes bestand in der Vermittlung von wichtigen kulturgeschichtlichen Erkenntnissen und Entwicklung von interkulturellen Kompetenzen mit besonderer Berücksichtigung aktueller Bildungskonzepte.

Die erste Phase des Projekts verlief im März 2011 an der Purkyně-Universität in Ústí nad Labem, die zweite Phase dann im Mai 2011 in Österreich (2. Teil der Workshops sowie die Besichtigung des Schlossmuseums in Linz, der Landesgalerie Oberösterreichs in Linz, der Wirkungsstätte Alfred Kubins in Zwickledt und der Fritz-Fröhlich-Sammlung im Stift Wilhering).

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Uferdasein. Quellen und Strömungen germanistischer Forschung
 Internationale  Konferenz anlässlich des 20. Gründungsjubiläums des Lehrstuhls für Germanistik

Termin: 03. - 04.12.2010

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik der Philosophischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem

Das Ziel der Jubiläumstagung war, den grundlegenden Wandlungsprozess zu reflektieren, den die Hochschulgermanistik, insbesondere die Auslandsgermanistik, in den vergangenen zwei Jahrzehnten durchlief. Dieser Prozess ging mit einschneidenden Veränderungen in allen Bereichen einher. Dies wirkt sich zwangsläufig auf die Perspektiven, Profile und Inhalte des Faches aus, die heute neu überdacht und gewichtet werden müssen. Das bewusst offen gehaltene Thema der Tagung sollte den Forschenden und Lehrenden auf dem Gebiet der germanistischen Literatur- und Sprachwissenschaft sowie der Didaktik des Deutschen als Fremdsprache und nicht zuletzt auch KulturhistorikerInnen mit Bezug auf den mitteleuropäischen Kulturraum die Möglichkeit bieten, sich mit dem Erreichten kritisch auseinanderzusetzen, den Blick auf das bis jetzt Unerreichte, aber erreichenswerte zu richten, neue Perspektiven germanistischer Forschung aufzudecken sowie innovative Wege aufzuzeigen, die die (Auslands)Germanistik zu Beginn des 21. Jahrhunderts gehen sollte, um das Fach erfahrungsgeleitet und zukunftsorientiert weiter zu entfalten.

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Ein „hinternationaler“ Schriftsteller aus Böhmen:
Dritte internationale und interdisziplinäre Johannes-Urzidil-Konferenz

Termin: 05. – 09. Mai 2010 in Ústí nad Labem

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik FF UJEP in Zusammenarbeit mit dem Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem, der Johannes-Urzidil-Gesellschaft in České Budějovice, dem Österreichischen Kulturforum und Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren in Prag.

Anlässlich von Johannes Urzidils vierzigstem Todestag (3. Februar 1896 - 2. November 1970) stand Anfang Mai 2010 Leben und Werk dieses wichtigen Prager Schriftstellers im Mittelpunkt einer interdisziplinären wissenschaftlichen Tagung in Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe), auf der nicht nur Urzidils vielfältiges Gesamtwerk, sondern auch seine Bedeutung als Erzähler und Lyriker sowie als politischer Zeitungs- und Rundfunkjournalist, Verfasser von kunst-, kultur-, literatur- und landesgeschichtlichten Essays und Monographien sowie Übersetzer aus dem Tschechischen und Englischen vorgestellt und diskutiert wurde. Die Beiträge repräsentierten ein breites Spektrum der internationalen Urzidil-Forschung aus literatur-, kultur-, geschichts- und sprachwissenschaftlicher Perspektive zu unterschiedlichen Aspekten von Werk und Biographie. Die kulturpolitische Aktualisierung Urzidils wurde durch ein Begleitprogramm mit Lesung, Vorführung von Film und Tondokumenten und zwei Exkursionen unterstützt.

Am Beispiel Johannes Urzidils, der als Intellektueller zwischen den Nationen Repräsentanz für eine übernationale Einstellung in Anspruch nehmen darf, lassen sich entscheidende Verbindungslinien zwischen der deutschen, tschechischen und jüdischen Kultur in Prag wie in Böhmen, aber auch in Mitteleuropa insgesamt finden. Den Veranstaltern geht es somit nicht nur um Urzidil selbst, sondern um kulturelle Phänomene in multinationalen Kontexten, wobei den "Kulturmittlern" eben ein besonderes Interesse gewidmet werden soll. Darüber hinaus werden gerade solche kulturellen Phänomene in den Blick genommen, die über die ästhetische Funktion im engeren Sinne hinaus von gesellschaftspolitischer Relevanz sind.

Die Analyse von Prozessen kultureller Integration und Desintegration in Böhmen, die sich gerade an Biographie und Werk Johannes Urzidils fokussieren lassen, verlangt einen komplexen Zugang, weshalb Fachvertreter aus der bohemistischen und germanistischen Literatur-, Kultur-, und Sprachwissenschaft sowie der Geschichts- und Politikwissenschaft, der Philosophie und Kunstgeschichte miteinander ins Gespräch kamen. Ziel war es über das Einzelschicksal Urzidil hinaus, Einblicke in kultur- und literaturhistorische Entwicklungen zu geben, die das Zusammenleben von Deutschen, Juden und Tschechen in den Böhmischen Ländern im 20. Jahrhundert determinieren.

 

Flucht und Vertreibung der sudetendeutschen Bevölkerung, Eiserner Vorhang in Geschichte und Kunst

Binationales Kolloquium zur Problematik der Migrationsformen im 20. und 21. Jahrhundert

 

Projekt AKTION 56p19

Termine: 22.-24.03.2010 in Ústí nad Labem und 04.-07.05.2010 auf österreichischem Gebiet

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik der Philosophischen Fakultät UJEP in Zusammenarbeit mit der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz in Österreich

Organisation: Mgr. Jarmila Jehličková

Das Projekt reflektierte die ereignisreiche, gemeinsame sowie getrennte tschechisch-österreichische Geschichte unter Akzentuierung von interkulturellen Aspekten und sollte einen durchaus wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für das Zusammenleben beider Nationen und zum Verstehen ihrer gemeinsamen, oftmals bewegten Geschichte leisten.

Diesem Ziel waren wissenschaftliche Aktivitäten in Form von Vorträgen mit fachlichen Diskussionen sowie Besichtigungen von Forschungs- und Kulturstätten mit fachkundigen Führungen gewidmet, welche den Studierenden den Einblick in das gemeinsame kulturgeschichtliche Erbe Österreichs und Tschechiens verschafften. Im thematischen Mittelpunkt standen einerseits das tragische Schicksal der sudetendeutschen Bevölkerung, andererseits das Leben hinter dem Eisernen Vorhang in den Jahren 1948-1989 und die Unterbrechung der langen gemeinsamen Geschichte.

Die erste Phase des Projekts verlief im März 2010 an der Purkyně-Universität in Ústí nad Labem (1. Teil des Kolloquiums, Besichtigung der Ausstellung „Vergessene Helden“, Autorenlesung aus dem Buch „Wir werden uns wiederfinden“ von Annelies Schwarz), die zweite Phase dann im Mai 2010 in Österreich (2. Teil des Kolloquiums sowie die Besichtigung des Museums der Totalität und der Ausstellung „Schauplatz Eiserner Vorhang – Reise entlang der ehemaligen Bruchlinie Europas“ im Schloss Weitra).

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Hotzenplotz aus Osoblaha. Die böhmische Thematik im Werk Otfried Preußlers
Inernationales Symposium

Termin:  12. – 14. Juni 2009 in Ústí nad Labem

Veranstalter:  Lehrstuhl für Germanistik

Organisation: Dr. Jan Kvapil

Der aus der heutigen Tschechischen Republik (Reichenberg/Liberec) stammende und in Deutschland lebende und publizierende Schriftsteller Otfried Preußler, der im vergangenen Herbst seinen 85. Geburtstag feierte, zählt zweifellos zu den bedeutendsten und international bekanntesten deutschsprachigen KinderbuchautorInnen. Seine Werke zählen zu den Klassikern der Kinder- und Jugendliteratur und werden in den wichtigsten einschlägigen Lexika und Grundlagenwerken entsprechend gewürdigt.

Im Rahmen dieses Symposiums sollte die Thematik der nordböhmischen Herkunft des Autors ebenso wie die literarische Verarbeitung deutschböhmischen Sagen- und Legendenstoffes sowie des traumatischen Erlebnisses von Flucht bzw. Vertreibung erstmals von ExpertInnen der unterschiedlichsten Fachrichtungen aufgearbeitet und untersucht werden.

 

Problematik des Holocaust in Literatur, Musik, Sprache, bildender Kunst und Unterricht

Binationales Kolloquium in Verbindung mit der Besichtigung der Holocaust-Gedenkstätten in Terezín/Theresienstadt, Mauthausen und Schloss Hartheim

Projekt AKTION 56p9

Termine: 23. – 26. 3. 2009 in Österreich und 18. – 20. 5. 2009 in Tschechien

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik der Philosophischen Fakultät UJEP in Zusammenarbeit mit der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz in Österreich

Organisation: Mgr. Jarmila Jehličková

Das Projekt verlief in zwei Phasen: Der primäre inhaltliche Schwerpunkt des Projektes lag auf der Realisierung eines zweiteiligen Kolloquiums zum Thema Holocaust in Literatur, Musik, Sprache, bildender Kunst und Unterricht, bei dem Literatur-, Musik- und Sprachwissenschaftler sowie Historiker der UJEP und der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz mitwirkten. In Verbindung mit den wissenschaftlichen Vorträgen wurde von den tschechischen Studierenden ein Kulturprogramm aus Werken von bedeutenden Theresienstädter AutorInnen präsentiert, die österreichischen Studierenden veranstalteten ein Konzert aus Werken des Theresienstädter Häftlings Viktor Ullmann. Das Kolloquium wurde durch die Besichtigung der Holocaustgedenkstätten Theresienstadt, Mauthausen und Schloss Hartheim sowie des jüdischen Prag ergänzt.

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Deutsch-tschechische interkulturelle Begegnungen

Binationales Kolloquium

Termin: 07.11.2008 in Ústí nad Labem

Vernastalter: Lehrstuhl für Germanistik, Philosophische Fakultät der Jan Evangelista Purkyně-Universität in Ústí nad Labem in Zusammenarbeit mit dem DAAD-Alumni-Klub in Prag und dem DAAD in Bonn

Organisationsteam: Dr. Renata Cornejo, Dr. Kateřina Smejkalová, Prof. Dr. Rudolf Werner

Am 7. November 2008 fanden an der Philosophischen und Sozial-ökonomischen Fakultät der J. E. Purkyně-Universität deutsch-tschechische interkulturelle Begegnungen statt, veranstaltet vom Lehrstuhl Germanistik der Philosophischen Fakutltät UJEP und vom Lehrstuhl für Fremdsprachen der FSE UJEP in Zusammenarbeit mit dem DAAD-Alumni Klub in Prag.

Den „interkulturellen“ Begegnungen ging zunächst die Vollversammlung der Klubmitglieder voran, während der die Tätigkeit des Klubs in den letzten zwei Jahren präsentiert und der neue Vorstand gewählt wurde. Das Hauptprogramm wurde um 10:30 an der Sozial-ökonomischen Fakultät mit den Begrüßungsworten der Dekanin der Philosophischen Fakultät Dr. Michaela Hrubá und der beiden Lehrstuhlleiterinnen Dr. Hana Bergerová und Dr. Hana Suchánková eröffnet.

Das Vormittagsprogramm verlief in deutscher Sprache. Den Eröffnungsvortrag zum Thema pdf Interkulturelle Kommunikationsfähigkeit übernahm einer der bedeutendsten Forscher im Bereich der Interkulturellen Germanistik Prof. Bernd Müller-Jaquier von der Universität Bayreuth, dessen interessante Ausführungen durch Videoaufnahmen vom Verhalten führender Politiker und Staatsrepräsentanten im internationalen Kontext zutreffend ergänzt wurden.

Es folgte der Vortrag der Journalistin und interkulturellen Managerin Bára Procházková, der sich den Stereotypen in den tschechischen und deutschen Medien widmete. Sie griff dabei auf die Ergebnisse ihrer eigenen Forschung zurück, die das stereotype Bild des Tschechen in der deutschen Presse und des Deutschen in der tschechischen Presse wahrlich „bildhaft“ präsentierten.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde das Vormittagsprogramm in einzelnen Sektionen (Workshops) fortgesetzt und thematisch vertieft. An der Philosophischen Fakultät bot der Lehrstuhl für Germanistik zwei Workshops in deutscher Sprache an - Das Bild der Tschechen und Deutschen in ausgewählten literarischen Texten (Seminarleiterin Dr. Jana Hrdličková) und Deutsch-tschechische interkulturelle Kommunikation im Alltag (Seminarleiterinnen Mag. Gudrun Mücke vom Gastlehrstuhl und Tina Schreyer aus der TU Chemnitz). Zur gleichen Zeit fand an der FSE der Workshop Interkulturelles Management (Seminarleiter Prof. Dr. Rudolf Werner und Mgr. Kateřina Smejkalová) in tschechischer Sprache statt, in dem eigene Erfahrungen der SeminarteilnehmerInnen mit Hilfe von analogen Situationen verallgemeinert und am Beispiel von ausgewählten Videosequenzen zum stereotypen und intoleranten Verhalten während der Handelsgespräche zwischen Teilnehmern mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund analysiert wurden.

Das Programm wurde durch begleitende Veranstaltungen abgerundet, wobei vor allem die Deutsch-tschechische Literaturnacht im Kulturhaus der Stadt sowie die Stadtführung mit dem Leiter des Stadtarchivs Dr. Vladimir Kaiser, hervorzuheben sind. Während des 90minütigen Spaziergangs vom ehemaligen jüdischen Friedhof (heute Stadtpark) bis zum, seinen Worten nach, zweitgrößten Wandmosaik in der Welt im Stadtzentrum ist es ihm gelungen, die verzettelte und durchaus komplizierte Geschichte der Stadt und ihrer sowohl deutschen als auch tschechischen Bewohner vom Mittelalter bis zur Gegenwart sehr einleuchtend und komplex darzustellen.

Neben den Studierenden der Germanistik und des Managements der Purkyně-Universität nahmen an den deutsch-tschechischen interkulturellen Begegnungen am 7.11.2008 in Ústí nad Labem über dreißig ehemalige DAAD-Stipendiaten aus der ganzen Tschechischen Republik als Gäste teil.

Renata Cornejo

UFERDASEIN. Germanistische Tagung des Lehrstuhls für Germanistik an der Philosophischen Fakultät UJEP in Ústí nad Labem zum Anlass des 75. Jubiläum von Doz. Otakar Veselý

Termin: 19. September 2007

Veranstalter: Lehrstuhl für Germanistik, Philosophische Fakultät der Jan Evangelista Purkyně-Universität in Ústí nad Labem

Organisation: Dr. Filip Charvát

PROGRAMM

9.00 – 9.30 h

  • Eröffnung (Dr. Charvát)
  • Laudatio
  • Präsentation der neuen germanistischen Schriftenreihe „Aussiger Beiträge“ (Dr. Bergerová)

9.30 – 10.30 h (Moderation Dr. Bergerová)

  • prof. Peter Schmidt: German for Academic Purposes – ein e-learning-Programm zur Unterstützung studentischer Mobilität

  • Dr. Renata Cornejo: Alles nur böhmische Dörfer? Das Bild der Deutschen in den deutschsprachigen Werken tschechischer AutorInnen nach 1968

11.00 - 12.30 h (Moderation prof. Maroušková)

  • doc. Josef Peřina: Na rozhodující křižovatce česko-německého soužití

  • Mgr. Jan Kvapil: Ignatianische Auffassung der Liebe Gottes in der Literatur der frühen Neuzeit

  • Dr. Mirek Němec: Die Leiden und Freuden eines Sprachlehrers. Der Pädagoge Eduard Vencl

14.00 – 15.30 h (Moderation prof. Schmidt)

  • prof. Marie Maroušková: Frühbeginn von DaF in tschechischen Schulen – einige wesentliche Konturen

  • Dr. Filip Charvát: Die Kunst zu sterben. Thema und Darstellung des Ich-Zerfalls in Hermann Hesses Steppenwolf (1927) und Karel Čapeks Obyčejný život (1934)

  • Jonathan Schüz: Topik und textuelle Kommunikation

16.00 – 17.30 h (Moderation Dr. Cornejo)

  • Dr. Hana Bergerová: Überlegungen zur Phraseologismenvermittlung im DaF-Unterricht. Ein Didaktisierungsvorschlag

  • Mgr. Šárka Blažková Sršňová: Zur Höflichkeit in der interkulturellen Kommunikation. Einige Thesen

  • Dr. Hans-Bernhard Zeidler: Kleiner Beitrag zur Anwendung Dr. Veselýs linguistisch-didaktischer Erkenntnisse auf dem Gebiet des Leseverstehens

18.00 h

  • FEIERLICHE ERÖFFNUNG DER NEUEN LEHRSTUHLBIBLIOTHEK, anschließend Buffet

WENDE – BRUCH – KONTINUUM.  Die moderne österr. Literatur und ihre Paradigmen des Wandels

Internationale germanistische Tagung

VERANSTALTET VON:

Jan-Evangelista-Purkyně-Universität
Lehrstuhl für Germanistik
České mládeže 8
400 96 Ústí nad Labem
Dr. Renata Cornejo, DDr. Ekkehard W. Haring
Universität Wien
Germanistikinstitut
Karl-Lueger Ring 1
A-1010 Wien
Prof. Wendelin Schmidt-Dengler

in Zusammenarbeit mit dem MUSEUM der Stadt ÚSTÍ NAD LABEM

Wissenschaftliche Konzeption: Prof. Dr. Wendelin Schmidt-Dengler, Dr. Renata Cornejo, Dr. Ekkehard W. Haring

[pdf Buch ] [pdf Plakat ] [ Fotogalerie ] [avi Medien ] [pdf Abstracts ]

Vom 12. bis 16. Oktober 2005 veranstaltete der Lehrstuhl für Germanistik innerhalb der Pädagogischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem, in Zusammenarbeit mit dem Germanistikinstitut der Universität Wien und in Zusammenarbeit mit Prof. Joachim W. Storck (Universität Mannheim), ein viertägiges Internationales germanistisches Symposion, das unter dem programmatischen Titel Wende – Bruch – Kontinuum angekündigt wurde. Schon diese Titelwahl stellt diese Konferenz in einen historischen Kontext, der für ihren Austragungsort von konstitutiver Bedeutung gewesen ist. War doch der Ausbau einer ursprünglich nur „Pädagogischen Fakultät“ zu einer wirklichen Universität tatsächlich die Folge einer historischen „Wende“, sowie auch die Gründung des Lehrstuhls für Germanistik im Herbst 1990. Die Konferenz mit dem Untertitel Die moderne österreichische Literatur und ihre Paradigmen des Wandels knüpft an die 2002 in Budweis begonnene und 2003 in Brünn fortgeführte bilaterale Symposienreihe zur modernen österreichischen Literatur, die diesmal durch die rege Teilnahme auch deutscher Wissenschaftler wesentlich inhaltlich bereichert werden konnte.

Das Ziel der Tagung war es, die ambivalente Charakteristik von Wendezeiten zu erfassen und ihre Besonderheiten am Beispiel markanter Wendejahre des 20. Jahrhunderts (1900 – 1918 – 1938 – 1945 – 1968 – 1989 – 2000) herauszuarbeiten. Es wurde untersucht, ob sich solche Wenden (Brüche, Kontinuitäten) in der österreichischen/deutschen Literatur in Böhmen in Bezug auf den konkreten gesellschaftlichen und politisch-historischen Rahmen feststellen lassen. Einige der wichtigsten Fragestellungen waren: Worin besteht die ausnehmende Besonderheit einer Wende? Wo liegen ihre eigentlichen Wendepunkte? Inwiefern beeinflusst der historische Kontext den literarischen und inwiefern nehmen literarische Wenden auch historische Wenden vorweg? Wie entstehen Wenden im Literaturbetrieb und wie beeinflussen sie den Buchmarkt? Klassische Moderne wie Gegenwartsliteratur bildeten dabei den gemeinsamen Horizont, zumal die genuin „österreichische“ Literatur erst mit dem Beginn der „klassischen Moderne“ ihre unverwechselbare und historisch anerkannte Spezifik gewann und die deutsche Literatur und deutschsprachige Autoren in Böhmen Jahrhunderte lang, bis in die Mitte des 20. Jahrhundert hinein, eine kulturell und literarisch bedeutende Rolle nicht nur im mitteleuropäischen Raum spielten (z.B. „Prager deutsche Literatur“, die mit solchen Namen wie Franz Kafka, R.M. Rilke oder Franz Werfel verbunden ist).

In seinem Eröffnungsvortrag illustrierte Wendelin Schmidt-Dengler, der wissenschaftliche Leiter des ganzen Unternehmens, die vielschichtige Metaphorik des Wende-Themas am Beispiel des Begriffes „Schubumkehr“, mit dem sich Robert Menasse in seinem gleichnamigen Roman auf eine von Niki Lauda übernommene Metapher bezieht und mit der er die katastrophalen Konsequenzen der bejubelten Wende von 1989 vorwegnimmt. Die Basis aller „Wenden“ und somit den ersten thematischen Schwerpunkt des Symposions bildeten politisch-historische Wenden, die in sich selbst die unterschiedlichsten „Metaphern“ und die „Schubumkehr“ erkennen lassen. Ihnen und ihrer Spiegelung bei einzelnen Autoren bzw. in literarischen Einzelwerken der Epoche – etwa zwischen Robert Musil (Die Verwirrungen des Zöglings Törleß) und Hans Lebert (Die Wolfshaut) – galt der erste Tag der wissenschaftlichen Referate. Erörtert wurde ebenfalls die Frage, ob die in Mähren (Böhmen) entstandene Literatur in deutscher Sprache als „deutsch-mährisch“ oder eher als „mährisch-österreichisch“ zu verstehen sei sowie die Folgen des Umsturzes 1918 und des Zerfalls der Monarchie als Thema einiger tschechischer und österreichischer nationalistischer Romane der zwanziger Jahre. Abgerundet wurde der Tag am Abend mit einer Autorenlesung der österreichischen Schriftstellerin Evelyn Grill aus ihrem neuesten Roman Vanitas oder Hofstätters Begierden.

Der zweite Tag begann im Zeichen der Wende im Diskurs mit einem literaturtheoretischen Beitrag zu den Zustandsänderungen aus der Sicht der chaostheoretischen Literaturwissenschaft und setzte den wissenschaftlichen Diskurs weiter unter dem Themenschwerpunkt Wende und Bio-Graphie mit den Betrachtungen der individuell-konkreten „Brüchen und Kontinuitäten“ bei einzelnen Autoren fort (Max Brod, Rainer Maria Rilke, Richard Weiner, Peter Handke, Norbert Gstrein, Christoph Ransmayr). František Langer, Franz Kafka und Max Brod interpretierte. Das Diskussionsforum des Abends mit der Literaturkritikerin Sigrid Löffler – moderiert von den Professoren Wendelin Schmidt-Dengler und Joachim Storck – führte unmittelbar in die Literatur-Situation der Gegenwart hinein. Die renommierte Literaturkritikerin beschrieb die neuen Trends und Modewellen der letzten 15 Jahre und analysierte die Marktmechanismen, die sich an deren Entstehung unmittelbar beteiligen, d.h. wie hier „Wandlungen“ und „Wenden“ mittels der Mechanismen des Literaturmarktes gelenkt, gesteuert oder abgewürgt werden. In diesem Sinne plädierte sie abschließend für eine zeitgemäße und verantwortungsvolle Literaturkritik sowie für einen mündigen Leser.

Der dritte Tag eröffnete apokalyptische Horizonte – Wende und Krieg. In den Vormittags-Referaten waren es die Unglücksdaten des 20. Jahrhunderts – 1914, 1918, 1938, 1939, für die zumeist österreichische oder böhmische Autoren die Textbelege lieferten. Nach dem einführenden Vortrag über das Jahr 1914 und den Ausbruch des Ersten Weltkrieges aus der Sicht der Kulturgeschichte wurden die inneren Wandlungen und dichterische Aufbrüche in der „Prager deutschen Literatur“ nachgezeichnet und der Bogen bis zu der österreichischen Vergangenheitsaufarbeitung bei Thomas Bernhard und Ingeborg Bachmann gezogen. Im abschließenden Beitrag, der zugleich eine Einleitung zur Nachmittagsexkursion der SymposionsteilnehmerInnen in die Kleine Festung in Theresienstadt und in das dortige Museum bedeutete, wurde die Rolle der Kunst als ‚Überlebenskunst’ angesichts der allgegenwärtigen Präsenz des Todes im Theresienstädter Ghetto beleuchtet.

Wie stets bei fruchtbaren und „rundum“ gelungenen Tagungen, sind die Teilnehmer am Ende wissenschaftlich wie menschlich bereichert auseinandergefahren: in jene Länder, die dieses internationale Symposion (mit Hilfe von völker- und länderverbindenden Einrichtungen wie der Aktion Österreich – Tschechische Republik, dem Österreichischen Kulturforum Prag, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds u.a.m.) getragen haben.

Man wird sagen dürfen, dass dieses internationale Symposion, das der Lehrstuhl für Germanistik in Ústí nad Labem im Rahmen seines 15. Jubiläums erstmals ausgerichtet hat, auch der Universität und der Stadt insgesamt zur Ehre gereichen konnte. Wir dürfen hoffen, ja erwarten, dass von dem Symposion, Impulse ausgehen werden, die dem Geiste einer übernationalen akademischen Tradition förderlich und verpflichtet bleiben, und dass die Vermittlung von Literatur im Diskurs gesellschaftlicher Umbrüche zu weiteren unentbehrlichen Reflexionen und Diskussionen anregen wird. Viele der Beiträge nahmen darauf mit interessanten Ausführungen Bezug und wurden, gemeinsam mit allen anderen Vorträgen, einem breiteren Publikum in Buchform vom Wiener Praesens-Verlag im Herbst 2006 vorgestellt.