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Am 13. Oktober 2010 fand in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturforum in Prag am Lehrstuhl für Germanistik, FF UJEP, České mládeže 8, Autorenlesung von Robert MENASSE statt. Der Autor las aus seinem Erzählband „Ich kann jeder sagen“ vor.

Im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums standen in Ústí nad Labem im Wintersemester 2010 durch die Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturforum besonders viele Lesungen österreichischer Autor(inn)en am Programm. Der Veranstaltungsreigen wurde im Herbst sogleich äußerst prominent eröffnet: Robert Menasse las am 13. Oktober 2010 aus seinem Erzählband „Ich kann jeder sagen“ (2009), in dem sich 13 Geschichten um den Schnittpunkt historischer Großereignisse mit eigens erlebter Geschichte(n) drehen. So unterhaltsam sein Erzählstil, so lebhaft war auch die Darbietung des Autors vor Ort. Im Anschluss an Lesungen, so Menasse, komme es nicht selten zu zwei unangenehmen Situationen: Entweder es gebe gar keine Reaktionen auf das Gelesene oder aber so genannte „After-Referenten“ ergreifen das Wort, die mit ihren eigenen Ausführungen nicht mehr aufhören wollen. Beides geschah in Ústí allerdings nicht, sondern allerlei Gedanken aus seiner dargebotenen Erzählung, die die Erfahrung der 68-er Generation sowie die Vater-Sohn-Beziehung fokussierte, wurden vom Publikum aufgegriffen und vom Autor auch bereitwillig weiter ausgeführt.

Informationen zum Autor:

1954 in Wien geboren und aufgewachsen, studierte Menasse Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina. Nach seiner Promotion lehrte er sechs Jahre – zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie – an der Universität Sao Paulo. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist in Wien.

Zu seinen Publikationen zählen u.a. die Romane „Selige Zeiten, brüchige Welt“ (1991), „Schubumkehr“ (1995) oder zuletzt „Don Juan de la Mancha oder die Erziehung der Lust“ (2007).

Bekannt wurde er im deutschsprachigen Raum auch vor allem durch seine österreich-kritischen Essays, wie „Die sozialpartnerschaftliche Ästhetik“ (1990), „Das Land ohne Eigenschaften. Essays zur österreichischen Identität“ (1992), „Erklär mir Österreich. Essays zur österreichischen Geschichte“ (2000).